Der Vorshredder von AKROS HENSCHEL ist die neuste Maschine, die im Schrottwerk von Christian ROSSI in Monteux im Departement Alpes de Haute-Provence installiert wurde. Warum in einen Vorshredder investieren? Wie lässt sich diese Anschaffung amortisieren? Auf diese Fragen gibt der Geschäftsführer von ROSSI RECYCLAGE, der dafür bekannt ist, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt, eine Reihe von Antworten. Die interessanteste davon ist: „Die Installation dieses Vorshredders ist ein weiterer Schritt hin zur Exzellenz unserer Fabrik in puncto Umweltschutz; diese ist unser vorrangiges Anliegen und auch die einzige Möglichkeit, um sich in dem Wettbewerb zu behaupten, dem sich die Recyclingunternehmen stellen müssen, wenn sie im Geschäft bleiben möchten.“
Urteilen Sie selbst …
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Rédaction : DrRecup – le 27/02/2012
2008 hat Christian ROSSI den großen Sprung gewagt. Der große Sprung für ein Schrottunternehmen bedeutet die Installation eines Shredders im eigenen Werk …
Der Shredder ist die einzige Maschine, mit der sich der Metallanteil aus Verbundwerkstoffen extrahieren lässt und derzeit die effektivste Maschine zum Recyceln von Fahrzeugen am Lebensende oder Schrottfahrzeugen. Er ist auch die beste Lösung zum Verwerten des eingehendem Schrotts, dessen Qualität insgesamt gesehen immer schlechter wird.
Alle Recyclingunternehmen träumen davon, nur schönen Abwrackschrott oder Sauerstoffschneidabfälle zu verarbeiten. Doch diese Schrotttypen werden immer seltener und genügen nicht, um den wachsenden Appetit der Stahlindustrie zu stillen. Nach langen Überlegungen über die Zukunft der Branche und seines Unternehmens hat sich der Geschäftsführer von ROSSI RECYCLAGE entschlossen, in Monteux einen Shredder zu installieren. Christian ROSSI macht alles mit Leidenschaft. Deshalb wird „sein“ Shredder ganz schnell zu einer weiteren Leidenschaft. Der Umstand, dass er jeden Morgen um 6 Uhr selbst an der Maschine arbeitet, um zu prüfen ob alles in Ordnung ist, ist der beste Beweis dafür. Am Anfang ist man natürlich begeistert und zufrieden, dass man eine Maschine hat, die 15 bis 20 Tonnen Schrott pro Stunde produziert. Doch im Laufe der Zeit wird man anspruchsvoller. Man merkt, dass der Einsatz eines Shredders auch mit Nachteilen verbunden ist.
So musste sich Christian ROSSI von Anfang an auch mit bestimmten Umweltauflagen befassen, die mit einem Shredder verbunden sind, und insbesondere effektive Lärmschutzwände installieren, vor allem weil sein Unternehmen an ein Siedlungsgebiet grenzt. Doch trotz einer sorgfältigen Kontrolle des in den Shredder eingegebenen Materials ist von Zeit zu Zeit ein Knall zu hören, der mitunter für die Umgebung lästig ist.
Im Laufe der Zeit wird die Auslastung des Shredders immer regelmäßiger und höher, doch auch das muss gut mitverfolgt werden. Es stellt sich bald heraus, dass sich durch den Betrieb eines Shredders größere Kosten, insbesondere für Verschleißteile, ergeben. Um all diese Probleme zu lösen, wird Christian ROSSI schnell klar, dass eine weitere Maßnahme erforderlich ist, nämlich die Installation eines Vorshredders.
WIE FUNKTIONIERT DER?
Wer Christian ROSSI kennt, weiß, dass er eine Art Pioniergeist besitzt. Das galt für den Vorshredder genau wie für den Rest. Der Schrottverarbeiter hat sich für die Anschaffung des neusten Vorshreddermodells von AKROS HENSCHEL entschlossen.
Die Besonderheit dieses Vorshredders liegt darin, dass er nur zwei Wellen besitzt, während die meisten herkömmlichen Maschinen 3 Achsen haben. Beim ZDS 220-400 von AKROS HENSCHEL, der inzwischen in der Shredderanlage installiert ist, dreht sich eine Antriebswelle langsam, während die für das Verkleinern zuständige Welle mit der 4-fachen Geschwindigkeit in die entgegen gesetzte Richtung läuft.
Interessant ist, dass der 220-400 (2200 mm breite Beschickungsöffnung – 400 kW Leistung) der erste Vorshredder dieses Typs ist, der in einem Kundenwerk installiert wird. Die Baureihe umfasst 6 Modelle. Die Maschine hat einen relativ einfachen Aufbau: ein gelenkiges Gehäuse, das sich hydraulisch öffnet, und zwei Wellen, von denen die eine das Shreddergut bewegt und die andere es zerkleinert. Die Maschine hat eine Verarbeitungskapazität von ca. 40 Tonnen/Stunde.
Die Maschine wird über eine Schurre mittels Kran beschickt, auf dem eine Kamera montiert ist, die den Blick ins Maschineninnere und damit die Überwachung des ordnungsgemäßen Maschinenlaufs ermöglicht; mit einer Funkbedienung kann der Vorshredder fernbetätigt werden. Der Kontakt zwischen Shreddergut und Antriebswelle erfolgt über eine Flosse, die hydraulisch betätigt wird und mit einem Druckbegrenzer ausgestattet ist, der ein Blockieren der Achse vermeidet.
Das Shreddergut wird durch die Zähne auf der ersten Welle vorzerkleinert.
Das eigentliche Zerkleinern erfolgt mit der Zerkleinerungswelle, die das Shreddergut in Stücke zerhackt.
Falls das Shreddergut fester ist als gedacht und seine Festigkeit größer ist als das maximale Motormoment, wird die Drehrichtung der Achsen automatisch umgekehrt. Die durch ein Zeitschaltrelais gesteuerten Achsen nehmen ihre normale Drehrichtung wieder auf, sobald das sperrige Shreddergut eine neue Position eingenommen hat oder entfernt wurde. Das fertige Material tritt unten aus der Maschine aus und wird von einem Förderband, das ebenfalls von AKROS HENSCHEL geliefert wird, abtransportiert. Die Wellen besitzen eine spezielle Zahnung, die vermeidet, dass das Shreddergut verdichtet wird, was ja kontraproduktiv wäre. Die Zähne sind mit einer Antiverschleißschicht versehen. Vor dem Aufkommen des Hydraulikmechanismus zum Öffnen des Gehäuses war das Warten der Vorshredder eine langwierige und auch riskante Angelegenheit.
Durch das hydraulische Öffnen des Gehäuses des ZDS wird dieser Vorgang wesentlich vereinfacht. Nun können die Wellen bequem entnommen und außerhalb des Vorshredders unter sicheren Bedingungen für den Werker mit einer neuen Antiverschleißschicht versehen werden. Auch das Austauschen der Verschleißbleche ist wesentlich einfacher.
„Dadurch dass die Vorschubwellen als Satz geliefert werden, wird auch die Stillstandszeit des Vorshredders stark reduziert, da das Erneuern der Zähne gleichzeitig erfolgen kann“, lobt Jérémie DARCISSAC.
Im Werk von Christian ROSSI wurde der Vorshredder auf einen Metallsockel gestellt; auf diese Weise wird der bauliche Aufwand verringert und ein eventuelles Umstellen im Falle einer Neuorganisation des Werks ist einfacher. Diese Lösung wurde gewählt, um den Vorshredder in die kontinuierliche Mahlkette integrieren zu können.
Christian ROSSI hat sich schließlich für eine Lastabkoppelung zwischen dem Vorshredder und dem Shredder entschlossen, um bei einem eventuellen Ausfall einer Komponente der Kette besser reagieren zu können. Doch auch wenn die Maschine installiert ist, bedeutet das nicht, dass alles perfekt läuft. Nun muss durch eine kontinuierliche Analyse der Anlagenleistungen nach einer optimalen Produktion der aus Vorshredder und Shredder bestehenden Einheit getrachtet werden, d.h. nach einem bestmöglichen Kompromiss hinsichtlich der Größe des aus dem Vorshredder austretenden Produkts.
Klar dass Christian ROSSI ein großes Interesse an einer perfekten Feinabstimmung der Anlage hat; nach längerem Herumtüfteln ist er jedoch jetzt der Ansicht, dass die Maschine optimal funktioniert. Während des gesamten Testzeitraums hat der Inhaber der Fa. ROSSI RECYCLAGE gerne die Rolle des „Prüfers“ gespielt. Jérémie DARCISSAC, der Vertriebsleiter für Frankreich von AKROS HENSCHEL unterstreicht die Qualität der Zusammenarbeit, die sich in dieser Versuchsphase zwischen dem Hersteller und seinem Kunden herausgebildet hat …
DER VORSHREDDER, DAS ZAUBERMITTEL FÜR DAS SHREDDERN
Bei „Vorshreddern“ denkt man in der Regel an eine „Erhöhung der Shredderproduktion“ und an eine „Verbesserung der Sicherheit“. Es ist richtig, dass sich diese beiden Aspekte durch den Vorshredder verbessern.
Die „Hohlkörper“ sind jedoch nach wie vor der Hauptfeind des Shredderns; trotz einer sorgfältigen Kontrolle des eintretenden Shredderguts sind die durch Hohlkörper bedingten Explosionen weiterhin an der Tagesordnung. Nach dem Vorshreddern bestehen jedoch dann keine Risiken mehr: die LPG-Tanks, die gerne für Vorfälle sorgen, und anderen Hohlkörper sind drucklos und offen und bergen kein Explosionsrisiko mehr. Indem die Explosionen begrenzt werden, wird auch das Brandrisiko reduziert; auch wenn der Brand, der vor einiger Zeit die Shredderanlage stark beschädigt hat, nicht durch eine Explosion im Shredder bedingt war, möchte Christian ROSSI solch ein Ereignis nicht noch einmal erleben. Deshalb waren alle Lösungen, um ein solches Risiko zu begrenzen, willkommen.
Doch ein Vorshredder lässt sich nicht amortisieren, indem einfach eine gewisse Anzahl von Risiken beseitigt wird. Es müssen auch ganz gezielte Vorkehrungen getroffen werden, um konkrete Einsparungen vornehmen. Die Hämmer und Verschleißteile werden weniger stark beansprucht, wenn sie „vorgehacktes Material“ verarbeiten. „Was den Shredder belastet“, erklärt Christian ROSSI, „sind die Lastspitzen. Diese entfallen praktisch vollständig, wodurch sich der Stromverbrauch des Shredders verbessert, so dass schließlich der Verbrauch der Kombination Vorshredder + Shredder nicht höher ist als der Verbrauch des Shredders alleine, wenn er ohne eine Vorbereitung des Shredderguts funktionieren würde. Wenn das Shreddern unter optimierten Bedingungen erfolgt, ergibt sich ein höherwertiges Endprodukt mit gleichzeitiger Verbesserung der Lärmwerte. Ein weiterer großer Vorteil liegt darin, dass der Vorshredder auch eine perfekte Kontrolle der Qualität der eingehenden Materialien sowie eventuelle Deklassierungen, die dann unbestreitbar feststehen, ermöglicht. Die Vermeidung von Diskussionen spart wiederum Zeit.“
EFFEKTIVITÄT MIT JEDEM SCHROTTTYP
Das Shredderwerk wird zu 50% mit Schrottfahrzeugen beliefert, von denen eine bestimmte Anzahl in Form von Paketen angeliefert wird. Diesbezüglich ist Christian ROSSI der Ansicht, dass es sehr schwierig sein wird, eine Verwertungsrate von 95% zu erreichen, die von den Gesetzesbestimmungen für in Paketform angelieferte Fahrzeuge gefordert wird. Die restlichen 50% bestehen im Wesentlichen aus Schrott von Wertstoffhöfen. Im Falle von Schrottfahrzeugen und Paketen kann man sich gut vorstellen, wie sich das Shreddergut mit dem Vorshredder entdichten lässt. Doch für Christian ROSSI ist der Vorshredder auch umgekehrt ein gutes Instrument zum Aufbereiten von voluminösem Shreddergut, das zu wenig dicht ist, indem ein Gut erzeugt wird, das von den Antriebsrollen des Shredders besser erfasst werden kann.
Nach einigen Testmonaten kommt ROSSI zu der Überzeugung, dass sich ein Shredder ohne einen Vorshredder nicht sinnvoll betreiben lässt.
ERST HANDELN, DANN DENKEN …
Die Tätigkeit von Christian ROSSI entwickelt sich zufriedenstellend. Zeitgleich mit der Inbetriebnahme des Vorshredders wurde auch die Sanierungsstation für Schrottfahrzeuge fertig gestellt. Dabei wurde ein Pressenausgangsband installiert. Ferner wurden – ebenfalls im Zuge des Umweltschutzprogramms, das durch eine Zertifizierung nach ISO 14001 eingerichtet wurde – zwei elektrische Krane installiert.
Durch die Anstellung eines QSE-Verantwortlichen dürfte auch bald die Zertifizierung nach ISO 9001 erteilt werden. Doch das ist noch nicht alles in puncto Zertifizierung: Das Unternehmen aus Monteux ist nämlich eines der ersten französischen Unternehmen, dem die für den Schrotthandel mit Italien erforderliche Zulassung „Sortie du statut de déchet“ erteilt wurde.
Wen dieses Engagement erstaunt, dem erklärt Christian ROSSI, dass „man sich, wenn man klein ist, natürlich in gewisser Weise von den vermehrten Bestimmungen bedroht fühlt. Man fühlt sich praktisch verpflichtet, immer mehr zu tun, und merkt schließlich, dass sich die eigene Performance verbessert. Und das tut gut, weil einen die ständigen Änderungen der für unsere Branche maßgeblichen Bestimmungen manchmal regelrecht erschrecken. Wir pflegen jedoch konstruktive Beziehungen mit der DREAL und die Vertreter dieser Behörde wissen inzwischen, dass wir uns eine laufende Verbesserung zum Ziel gesetzt haben.“
Einige Probleme bei der Vorbereitung des Shredderguts vor der Beschickung des Shredders konnte Christian ROSSI durch die Installation des Vorshredders geschickt lösen, doch jetzt muss er sich mit einer anderen Problematik, dem Nachshreddern, befassen.
Doch inzwischen genügt es zur Erfüllung der derzeitigen Umweltvorschriften nicht mehr, nur die Eisen- und Nichteisenmetalle in den Schrottfahrzeugen zu verwerten. Das Jahr 2012 wird deshalb für das Unternehmen im Zeichen der Kunststoffteile stehen.
Die Ideen gehen Christian ROSSI nie aus; doch immer wenn einige Projekte abgeschlossen sind, warten viele neue auf das dynamische Kleinunternehmen.